Allgemeine Informationen über die Rezeptbelieferung und Medikamente

Sehr geehrte Kund*innen,

Sehr geehrte Patient*innen,


Medikamente/Arzneitmittel und Medizinprodukte bzw. Hilfsmittel gelten in Deutschland als Waren der besonderen Art. Durch den Gesetzgeber wird ein kontrollierter Vertriebsweg vorgeschrieben, weil Arzneimittel und Medizinprodukte hohen Qualitätsanspüchen genügen müssen. So sind z.B. Lagerungsbedingungen wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit einzuhalten. Daher dürfen wir als Apotheke von Ihnen zurückgebrachte Medikamente nur zur Vernichtung annehmen und nicht wieder verkaufen.

http://www.gesetze-im-internet.de/amgrhdlbetrv/__4a.html

http://www.gesetze-im-internet.de/apobetro_1987/__16.html

http://www.gesetze-im-internet.de/apobetro_1987/__17.html

http://www.gesetze-im-internet.de/amg_1976/__47.html

Verschreibungspflichte, in der Fachsprache auch kurz Rx-Arzneimittel dürfen nur nach Vorlage eines Rezeptes ausgehändigt werden. Es gibt dazu in Deutschland momentan noch keine Ausnahmen. Nur im Notfall können verschreibungspflichtige Medikamente durch eine fernmündliche Absprache zwischen Apotheke und Arztpraxis ausgehändigt werden. Hierbei sind durch die Apotheke strenge Vorschriften einzuhalten.

http://www.gesetze-im-internet.de/amg_1976/__48.html

http://www.gesetze-im-internet.de/amvv/__1.html

http://www.gesetze-im-internet.de/amvv/__4.html

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=55822


Wenn Sie zu uns mit einem "Kassenrezept" kommen, so haben wir in der Apotheke weitere Bestimmungen zu beachten, damit die Krankenkassen möglichst viel Geld einsparen können.

Eine gute Übersicht dazu finden sie in diesem Artikel der Pharmazeutischen Zeitung.

  1. Beachtung vieler formaler Vorgaben
    Das Rezept ist ein Dokument, das wir genau prüfen müssen, bevor wir Sie beliefern dürfen.
    Ist die Verordnung lesbar, macht sie einen Sinn? Stimmt die Dosierung für den Patienten? Wenn eine Indikation angegeben ist, passt dann das verordnete Medikament dazu?
    Ist der Arztstempel korrekt ausgestellt? Hat der Arzt das Rezept unterschrieben? Stimmen alle aufgedruckten Nummern auf dem Rezept überein? Stellt das Rezept somit keine Fälschung dar?
    Sind Sie noch rechtzeitig innerhalb der Gültigkeit des Rezeptes gekommen? (Diese beträgt 4 Wochen nach Ausstellungsdatum, danach wird es bis zum Ende des 3. Monats wie ein Privatrezept verrechnet.)
    Bei kleinen formalen Fehlern können die Krankenkassen uns retaxieren, d.h. dass die Krankenkasse uns entweder nicht den vollen Preis bezahlt oder im schlimmsten Fall das Medikament gar nicht bezahlt, obwohl wir Sie mit Ihrem Medikament beliefert haben.
  2. Einhaltung sogenannter Rabattverträge:
    Ihre gesetzliche Krankenkasse schließt mit den Herstellern über verschiedene einzelne als auch kombinierte Wirkstoffe Verträge zur exklusiven Belieferung ab. Ihr Arzt verordnet Ihnen vielleicht Ihren Blutdrucksenker von der Firma ABC, durch die abgeschlossenen Verträge müssen wir nun aber oftmals andere Hersteller abgeben. Durch das Arzneimittelgesetz ist jedoch sichergestellt, dass wir Ihnen beim Austausch auch nur qualitativ hochwertige Arzneimittel geben. Der Wirkstoff und seine Dosierung bzw. Menge bleiben dabei gleich. Es ändert sich dadurch meistens nichts an der Einnahme.
    Nur wenn der Arzt es für sinnvoll hält, kann er durch das Kreuzen des "aut-idem" Feldes vor dem Medikament den Austausch des Medikamentes verbieten. Jedoch gibt es hier selten wirklich gute Gründe, da die Wirkung durch den Wirkstoff mit seiner entsprechenden Dosierung hervorgerufen wird.
    Halten wir uns als Apotheke übrigens nicht an den Rabattvertrag der Krankenkasse, so werden wir retaxiert, d.h. dass die Krankenkasse uns das Medikament gar nicht bezahlt, obwohl wir Sie mit Ihrem Medikament beliefert haben.
  3. Erfüllen einer Importquote
    Durch andere Preisbildungsgesetze in den europäischen Nachbarländern können in Deutschland hergestellte, aber für´s Ausland bestimmte Arzneimittel durch Reimporteure wieder günstiger nach Deutschland geschafft werden. Die Reimporteure müssen dabei sicherstellen, dass auf der Umverpackung mindestens die deutschsprachigen Pflichtangaben, wie z.B. Name des Medikaments, Verwendbarkeitsfrist und ein deutscher Beipackzettel enthalten sind. Für Sie bedeutet das, dass Sie ein Originalpräparat bekommen.
  4. Lieferschwierigkeiten
    Bestimmt haben Sie schon mal gehört, dass ein Medikament derzeit nicht lieferbar ist. Wir sind in diesem Fall bemüht, Sie mit einem gleichwertigen Ersatzpräparat zu beliefern.
  5. Hilfsmittelbelieferungen darf die Apotheke nicht immer übernehmen
    Fragen Sie uns, ob Ihre Krankenkasse die Hilfsmittelversorgung über unsere Apotheke zulässt. Wir möchten Sie gerne schnell und unbürokratisch z.B. mit einem dringend benötigten elektrischen Vernebler oder mit Inkontinenzmaterial beliefern, jedoch schließen einige Krankenkassen exklusive Verträge mit bestimmten Herstellern oder Apotheken ab, die den Vertrieb über uns ausschließen.